Liebe, Staub und Botengänge – Dienstmädchen auf der Opernbühne

Dienstmaedchen auf der Opernbuehne.3Musikfeature von Birgit Kiupel

“Wer will mich? Ich bin ein Cammer-Mädchen, ich thue alles, was darzu gehöret.” Die junge Vespetta brachte es 1725 auf den Punkt, in Telemanns Zwischenspiel “Pimpinone – Die ungleiche Heirat oder das herrschsüchtige Kammermädchen”. Von früh bis spät waren sie im Einsatz, servierten und fungierten als Vertraute, Liebesbotinnen und Objekte der Begierde. Bereits in den ersten Opern des frühen 17. Jh.s waren es Ammen, die ihrer Herrschaft mit lebensklugem Rat und Zuneigung zur Seite standen – und auch derbe Zoten rissen. Schlagfertige Gegenreden riskierten dann Frauen wie Serpetta in Pergolesis “La serva padrona” (1733). Später sorgten Despina und Susanna, Kammerzofen aus Mozarts Opern, für Wirbel – nicht zu vergessen die gebildete Gouvernante Marcellina; Mutter des unehelichen Sohns Figaro. Welche Realitäten stecken hinter den Bildern von weiblicher Dienstbarkeit, die sich Adel und Bürgertum in den Opern machen? Wie wirken diese Bilder bis heute in Inszenierungen fort? Wie drücken sie sich musikalisch aus? Historische Quellen und heutige Erkenntnisse geben Auskunft über die emsigen, bedrängten und zugleich wendigen “dienstbaren Geister”.

Produktion WDR 2006

Redaktion
Dagmar Töpfer

In O-Tönen
Gabriele Rossmanith, Hamburgische Staatsoper
Neia Klimec, Hauswirtschafterin in Hamburg
Dr. Niels Graf von Waldersee, Phoneater in Hamburg
Melanie Mehring, Cembalo und Gesang

Sprecher/in:
Birgit Kiupel
Beate Kiupel
Tobias Persiel