Dispokinesis

disponere – verfügen über, kinesis – Bewegung

Die Dispokinesis wurde von dem holländischen Pianisten und Physiotherapeuten Gerrit Onne van de Klashorst in Zusammenarbeit mit Musiker/innen, Physiotherapeut/innen und Ärzt/innen entwickelt und hat inzwischen einen Platz in der Liste erfolgreicher Therapien in der Musikermedizin.

Grund für die Entwicklung der Dispokinesis war die Beobachtung, dass die Ursache von Spielstörungen bei Musiker/innen häufig in stereotypen Fehlhaltungen, also vor dem Instrument zu suchen ist, die die Ausführung der musikalischen Idee zum Instrument behindern. Vermehrtes Üben und Kompensationsversuche führen zur Überanstrengung und oftmals zu ernsthaften Schädigungen unserer sensiblen feinmotorischen Instrumente (Hände, Lippen), aber auch zu mentaler Verstörung und Verunsicherung, zu Bühnenangst und Depression.

Der Weg der Dispokinesis

Der 1. Teil: die Urgestalten von Haltung und Bewegung

Jeder Mensch erreicht mit der Bewältigung der Aufrichtung bereits seine persönlich optimale Disposition für den seinen Fähigkeiten entsprechenden Gebrauch der Feinmotorik. Dieses innere Wissen wird aber häufig im Laufe des Lebens verschüttet.

Von dieser Erkenntnis ausgehend, entwickelte v.d.Klashorst ein System von 36 Übungen, welches er die Urgestalten von Haltung und Bewegung nannte. Sie vollziehen die einzelnen Stationen der Aufrichtung noch einmal nach, sind aber gleichzeitig mit Bewegungen, die dem Instrumentalspiel entnommen wurden verbunden und dahin rückführbar. Ein Bestandteil dieser Übungen ist auch die geführte Atmung.

Durch das wiederholte, dieses Mal aber sehr bewusste Durchleben der Aufrichtung, wird die verlorene persönliche Disposition wieder entdeckt. Dieser erste Teil, weitgehend ohne Instrument, ist wesentlich für die erfolgreiche und dauerhafte Heilung von Spielstörungen und –schäden, weil er zumeist die Wurzel des Problems, nämlich stereotype Fehlhaltungen, die vor dem Instrument liegen und häufig auch deren Ursprung aufdeckt.

Im Zusammenklang mit den Bewegungsaufgaben wird bereits im ersten Teil ein direkter Weg zum erklärten Ziel, nämlich dem ungehinderten Musizieren beschritten. Auch die Bewältigung von Bühnenangst spielt in diesem Teil bereits eine Rolle.

Der zweite Teil: Die feinmotorischen Übungen, ergonomische Anpassungen

Der zweite Teil beginnt, wenn eine gute Basis geschaffen ist. Spezielle feinmotorische Übungen, die zunächst am Klavier geübt und schließlich auf das eigene Instrument übertragen werden, führen zu der Fähigkeit, die jetzt wieder gewonnene Freiheit für Klang- und Tonbildung und Virtuosität einzusetzen.

Wir beschäftigen uns mit dem Spielen selbst unter Berücksichtigung der spezifischen Haltungstechniken für das jeweilige Instrument.

Die feinmotorischen Bewegungsabläufe werden optimiert, Ursachen für Unsicherheiten oder technische Probleme wird auf den Grund gegangen.

Außerdem wird sich ausführlich mit der Instrumentalergonomie beschäftigt (Sitzhöhe, Schulterstütze, Mundstück), wobei das Instrument dem Körper angepasst wird, nicht umgekehrt. Die wieder gewonnene Stabilität und die damit verbundene Bewegungsfreiheit führen zum ungehinderten Ausdruck der eigenen Tonvorstellungen am Instrument und machen sie unabhängig von äußerlichen Bedingungen und Tagesform.

Der fortlaufende Unterricht findet in Einzelsitzungen in Hamburg statt.

Workshops und Kurse nach Absprache.